Aktualisierte DIN 4040-100: Neue Anforderungen an Fettabscheider


Die im Dezember 2016 veröffentlichte Neufassung von DIN 4040, Teil 100, ersetzt die alte Fassung vom Dezember 2004. DIN 4040-100 gilt für Abscheideranlagen für Fette nach DIN EN 1825, Teil 1 und 2, und enthält zusätzliche Anforderungen und Bestimmungen für die Planung, den Betrieb und die Wartung. Sie hat damit natürlich auch Einfluss auf die Auswahl und die Installation der Fettabscheider, auf die zugehörigen Hebeanlagen und auf die Anschlussrohre. Alexander Leser, Produktmanager beim Entwässerungsspezialisten ACO Haustechnik, erklärt welche Auswirkungen die Neuerungen haben.
 
1. Rohrleitungen
Die fachgerechte Auswahl und Montage der zu einer Abscheideranlage gehörenden Rohrleitungen nimmt in der aktuellen Ausgabe von DIN 4040-100 einen breiten Raum ein. Ziffer 4.1 verweist explizit darauf, dass alle Leitungen (einschließlich der Lüftungsleitungen) gegen tierische und pflanzliche Fette, Reinigungsmittel und hohe Temperaturen beständig sein müssen. Die zulässigen Materialien sind Gusseisen (KML, TML), Kunststoff (PP, PE), Glas (Borosilikat, Floatglas) sowie Edelstahl (V4A, z.B. Werkstoff 1.4404). Die Eignung der Rohre kann durch die Erfüllung normativer Anforderungen erfolgen: Gusseiserne Rohre nach DIN EN 877 müssen zusätzlich RAL-GZ-698 erfüllen, PE-HD Rohre nach DIN EN 1519-1 die Anforderungen entsprechend CEN/TS 1519-2 (DIN SPEC 91196) und DIN EN 12666-1. Gemäß Ziffer 9.3 ist weiterhin darauf zu achten, dass die Rohrverbindungen den Anforderungen von DIN 4060 entsprechen: Die verwendeten Dichtungen müssen gegen die im Abwasser enthaltenen Inhaltsstoffe beständig sein.


2. Rückstauschutz
Laut DIN EN 1825 sind Abscheideranlagen, deren Ruhewasserspiegel unterhalb der Rückstauebene liegt, über eine nachgeschaltete Abwasserhebeanlage mit zwei Pumpen (Doppelpumpen) zu entwässern. Die zu installierenden Hebeanlagen müssen je nach Anwendung entweder DIN EN 12050-1 (Hebeanlagen für Schwarzwasser) oder DIN EN 12050-2 (Hebeanlagen für Grauwasser) entsprechen. Maßgeblich für diese Vorauswahl ist die Überlegung, ob an die zu verwendende Hebeanlage zusätzlich noch Abwasser von Toiletten zugeführt werden soll. Gereinigtes Abwasser aus Fettabscheidern gilt als Grauwasser. Unabhängig von den in DIN EN 12050 geforderten Anforderungen müssen Hebeanlagen, die hinter Fettabscheidern verbaut werden, gemäß DIN 4040-100, Ziffer 9.5 zahlreiche weitere Kriterien erfüllen. Für Hebeanlangen gemäß DIN EN 12050-1 gilt: Sie erfordern eine unempfindliche Niveauerfassung, die Beständigkeit der medienbeaufschlagten Teile gegenüber dem

anfallenden Abwasser muss gewährleistet sein und die Pumpenkühlung darf nicht durch Mantelstromkühlung erfolgen. Diese Anforderungen gelten auch für Pumpstationen im Erdeinbau nach DIN EN 752. Bei Hebeanlagen nach DIN EN 12050-2 sind alle genannten Anforderungen für Hebeanlagen DIN EN 12050-1 zu beachten, der Kugeldurchgang muss mindestens 30 mm betragen, die Druckdichtheit darf bei freier Aufstellung des Sammelbehälters 0,5 kPa nicht unterschreiten und die Be- und Entlüftung muss über das Dach erfolgen. Darüber hinaus sind alle Abwasserhebe- und Pumpanlagen mit einer netzunabhängigen Warneinrichtung auszurüsten, die dem Betriebspersonal die Unterbrechung des Abwasserabflusses optisch und akustisch signalisiert. Die Bemessung der Anlage muss entsprechend DIN EN 12056-4 erfolgen. Für den Schmutzwasserabfluss des Abscheiders ist der Wert QS (maximaler Schmutzwasserabfluss) nach DIN EN 1825-2 anzusetzen. Falls Fettabscheider und die zugehörigen Pumpanlagen, die vor Erscheinen von DIN 4040-100:2016-12 installiert wurden, den neuen Anforderungen nicht standhalten, muss die Zulässigkeit der Installation mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden.

3. Nenngröße
Für die Bestimmung der Nenngröße kann gemäß DIN EN 1825-2 der maximale Schmutzwasserabfluss zum Fettabscheider wie unter Ziffer 6.2.1 c beschrieben berechnet werden. Dabei wird unter anderem die Anzahl der täglich produzierten Essensportionen (M) berücksichtigt. DIN 4040-100 schränkt die Verwendung dieser Berechnungsmethode nun ein, falls das Ergebnis bei M < 50 zu einer Nenngröße bis einschließlich NS 1 führt. In diesen Fällen muss die Festlegung der Nenngröße also zwingend durch Messung (Ziffer 6.2.1 a) oder über die Einrichtungsgegenstände der Küche erfolgen (Ziffer 6.2.1 b). Falls sich keine dieser Methoden anwenden lässt, sind fallspezifische Berechnungen vorzunehmen und mit der für die Genehmigung zuständigen Behörde abzustimmen.

4. Installation
DIN 4040-100 rät generell davon ab, Abscheideranlagen in überflutungsgefährdeten Bereichen zu betreiben, denn die ungehinderte Zugänglichkeit der Anlage ist bei teilweiser oder permanenter Überschwemmung nicht gegeben. Die Abdeckungen für Fettabscheider nach DIN EN 1825 müssen daher nur tagwasserdicht ausgeführt werden. Das heißt, dass über den Deckeln kein Wasseraufstau berücksichtigt werden muss. Da es dazu in den zugehörigen Fettabscheider-Normen keine normativ geregelten Anforderungen gibt, sind in solchen Fällen die eventuell vorhandenen behördlichen Regelungen zu beachten. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass über dem Fettabscheider bauseits ein weiteres überflutbares Deckelsystem installiert werden muss. Die Möglichkeiten der Abdichtung dieser Deckelsysteme zum Fettabscheider hin sind von den Herstellern der Deckelsysteme zu bewerten. Darüber hinaus gilt es bei der Planung zu beachten, dass eine mögliche längerfristige Überflutung des Abscheiderdeckels auch mit Blick auf die Statik des Behälters zu beurteilen ist: Durch eine zusätzliche Beaufschlagung des Deckels mit Wasser wirken zusätzliche Kräfte auf den Behälter, der bereits durch den Erdeinbau einer statischen Belastung ausgesetzt ist.

Unbeeindruckt von den Neuerungen der DIN 4040-100 zeigt sich das Fettabscheider-Portfolio von ACO Haustechnik: Alle Komponenten erfüllen die Normen, sind BIM-ready und glänzen bei Planung, Auslegung und Installation mit dem ausgezeichneten Support des technischen Kundendienstes von ACO Haustechnik.

Ausführliche Informationen über die Neuerungen der DIN 4040-100 sowie das Fettabscheider-Programm von ACO Haustechnik erhalten Sie gerne bei der

ACO Passavant GmbH
Im Gewerbepark 11c
36457 Stadtlengsfeld
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ACO Haustechnik mit Sitz in Philippsthal (Hessen) und Stadtlengsfeld (Thüringen) ist innerhalb der ACO Gruppe der Spezialist für die Bereiche Entwässern, Abscheiden und Pumpen in privaten und gewerblichen Gebäuden. Als einer der führenden Anbieter von Systemlösungen verfügt ACO Haustechnik über jahrzehntelang gewachsene Objekt-Kompetenz. Sie gibt Planungsbüros und Fachhandwerksbetrieben die Sicherheit, sowohl bei der Projektierung als auch bei der Ausführung in den sicherheitsrelevanten Aufgabenfeldern Brandschutz, Schallschutz, Hygiene und Montage einen hinsichtlich Produkt und Service gleichermaßen verlässlichen, am gemeinsamen Erfolg orientierten Partner zu haben.

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